Ausbildung Zivilcouragetrainer/in 11.-14.11.20 in Trier

Leitstelle „Kriminalprävention“, Ministerium des Innern und für Sport, Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. Trier / Netzwerk Zivilcourage Rheinland-Pfalz in Kooperation mit: Universität Göttingen, Institut für Psychologie, Abteilung für Sozial- und Kommunikationspsychologie

Train-the-Trainer-Seminar: Ausbildung Zivilcouragetrainer/in

Mi 11. – Sa 14. November 2020, Beginn: Mittwoch 9 Uhr, Ende Samstag 16 Uhr Jugendherberge, An der Jugendherberge 4, 54292 Trier

Viele schauen weg, wenn es zu gewalttätigen oder diskriminierenden Übergriffen kommt. Wie jedoch eingreifen ohne sich selbst zu gefährden? Ziel des Zivilcouragetrainings ist es, mehr Menschen zu zivilcouragiertem Verhalten zu bewegen und individuelle Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Im Training werden Verhaltensweisen erlernt und Persönlichkeitseigenschaften gefördert, die Gewalt und Diskriminierung verhindern können. Die Trainings fördern Demokratie­verständnis und Sozial­kompetenz sowie das Eintreten für Menschenrechte und Menschenwürde. Die Tagestrainings beinhalten variable Module und sind für Jugendliche und Erwachsene ab 18 Jahre konzipiert. Es gibt im Netzwerk Zivilcourage Rheinland-Pfalz auch gute Erfahrungen die Trainings für SchülerInnen ab 15 Jahren und teilweise jünger anzupassen.

Die viertägige Ausbildung zur/zum Zivilcouragetrainer/in soll Sie dazu befähigen, selbst Zivilcourage-trainings für (Schüler- und Jugend-) Gruppen anbieten zu können. Das in Kooperation mit der Leitstelle „Kriminalprävention“ (Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz) geförderte und durchgeführte Projekt

  • bildet Trainer/innen für Zivilcourage aus,
  • vernetzt und vermittelt nachhaltig Zivilcouragekompetenz in Rheinland-Pfalz,
  • stellt eine breite Öffentlichkeit für Zivilcourage her und
  • vermittelt Trainingsangebote zur Förderung von zivilcouragierter Handlungskompetenz.

Zielgruppe dieser Ausbildung:

  • Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Jugend- und Bildungsarbeit
  • Pädagogische Fachkräfte (Lehrerinnen und Lehrer, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter)
  • Fortbildungsnummer wird beantragt
  • Voraussetzungen für die Teilnahme:
  • Bereitschaft, Körperkontakt, eigene Diskriminierung und psychosoziale Grenzsituationen zu erleben
  • Reflexionsvermögen, Offenheit, Engagement
  • Bereitschaft, sich anschl. im Netzwerk Zivilcourage zu beteiligen (halbjährliche Treffen mit Aus­tausch und Fortbildung, wenn möglich Übernahme von ZC-Trainingsanfragen in der Region/RLP)

Teilnahmebegrenzung: 12 PersonenKostenbeitrag: 100 € (inkl. Buch, Unterbringung und Verpflegung)

Der Kostenbeitrag ist unmittelbar nach der Anmelde-Bestätigung zu überweisen (innerhalb einer Woche). Damit ist ihre Teilnahme verbindlich und gesichert. Verwendungszweck „Kostenbeitrag Ausbildung Zivilcouragetrainer/in“ auf das Konto der AG Frieden überweisen IBAN: DE66 5855 0130 0000 113746 SWIFT-BIC: TRISDE55.

Tagungsort: Wir haben Einzelzimmer mit Frühstück und Mittagessen in der Jugendherberge Trier, die direkt an der Mosel liegt, reserviert. Abendessen ist selbst zu organisieren.

Weitere Infos und Anreise www.diejugendherbergen.de/jugendherbergen/Trier/portrait

Anmeldung:schriftlich bis zum 22.09.2020 an organisation@agf-trier.de (Tel. 0651/9942754 Mechthild Schüler oder 0651/9941017 Markus Pflüger) Die Berücksichtigung erfolgt nach Eingang der Anmeldung. Bitte legen Sie kurz Ihre Motivation und Ihre Voraussetzungen dar.

Ablauf der Ausbildung zum Zivilcouragetrainer/in Die Ausbildung umfasst vier Tage – Start Mittwoch 9 Uhr, Ende Samstag 16 Uhr.

1. Tag: Göttinger Zivilcourage-Impulstraining

  • Diskriminierung ist Alltagsrealität und fängt nicht erst mit dem Angriff auf Leib und Leben an. Im Training werden deshalb nicht Kampftechniken gegen Gewalttäter/innen trainiert, sondern Verhaltensweisen erlernt und Persönlichkeitseigenschaften gefördert, die die Entstehung und Eskalation von Gewalt und Diskriminierung gegenüber möglichen Opfern verhindern können. Der Blick für Diskriminierung im Alltag wird geschärft. Mut, innere Ruhe und das Erkennen eigener Grenzen als Grundlagen für überlegtes Handeln werden reflektiert. Die Alarmierung der Polizei und anderer Helfer wird geübt und die mit spontaner Gruppenbildung verbundenen Handlungsmöglichkeiten erlebt.
  • Das Göttinger Zivilcourage-Impulstraining (GZIT) ist sozialpsychologisch begründet und setzt auf der gedanklichen Ebene, beim Verhalten und bei der Selbsterfahrung an. Ziel ist es, für die Voraussetzungen und konkreten Möglichkeiten der Zivilcourage im Alltag zu sensibilisieren und hierfür das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern.

2. Tag: Moderationstraining:

  • Reflexion der GZIT-Übungen
  • Anforderungen an Zivilcourage-Trainings
  • Entwicklung zielgruppenadäquater Übungen
  • Moderations- und Trainer-Basisfähigkeiten

3./4. Tag: Zielgruppenadäquate Trainings

  • Übungen für spezifische Zielgruppen
  • Reflexion und Integration der Übungen zu einem zielgruppenadäquaten Training

Grundlage: Jonas, K.J., Boos, M. & Brandstätter, V. (Hrsg.). Zivilcourage trainieren! Theorie und Praxis. Göttingen: Hogrefe 2007. (Das Buch erhalten Sie am Ende der Ausbildung)

Die Ausbilder/innen:

Prof. Dr. Margarete Boos

  • Hochschullehrerin für Sozial- und Kommunikationspsychologie, Universität Göttingen
  • Mitglied des Netzwerks „Regionalmodell Göttingen zur Gewaltprävention in Schulen“
  • Moderations- und Kommunikationstrainerin

Dipl.-Soz.w. Malte Schütt

  • Erziehungsberater und Freier Trainer
  • Therapieausbildung im Integralen Gestaltansatz Familien- und Jugendhilfe